Page:Wittengenstein - Tractatus Logico-Philosophicus, 1922.djvu/176

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LOGISCH-PHILOSOPHISCHE ABHANDLUNG

Anzahl von Gleichungen zu neuen Gleichungen vor, indem wir, den Gleichungen entsprechend, Ausdriicke durch andere ersetzen. 6.241 So lautet der Beweis des Satzes 2x2 = 4:

(nT'x = fi^'"xDef.

n2x2'x = (i22)2»x = (n7+i'x = Q2'n2»X = fii+1'Qi+i'x

= (n'12)'(0'Q)'x = Q'Q'Q'Q'x = i}i+i+i+i'x = Q*'x. 6.3 Die Erforschung der Logik bedeutet die Erfor-

schungaller Gesetzmassigkeit. Undausserhalb der Logik ist alles Zufall.

6.31 Das sogenannte Gesetz der Induktion kann jedenfalls kein logisches Gesetz sein, denn es ist offenbar ein sinnvoller Satz. — Und darum kann es auch kein Gesetz a priori sein.

6.32 Das Kausalitatsgesetz ist kein Gesetz, sondern die Form eines Gesetzes.

6.321 „Kausalitatsgesetz", das ist ein Gattungsname.

Und wie es in der Mechanik, sagen wir, Minimum- Gesetze gibt, — etwa der kleinsten Wirkung — so gibt es in der Physik Kausalitatsgesetze, Gesetze von der Kausalitatsform.

6.3211 Man hat ja auch davon eine Ahnung gehabt, dass es ein „Gesetz der kleinsten Wirkung" geben miisse, ehe man genau wusste, wie es lautete. (Hier, wie immer, stellt sich das a priori Gewisse als etwas rein Logisches heraus.)

6.33 Wir glauben nicht a priori an ein Erhal- tungsgesetz, sondern wir wis sen a priori die Moglichkeit einer logischen Form.

6.34 Alle jene Satze, wie der Satz vom Grunde, von der Kontinuitat in der Natur, vom kleinsten Auf- wande in der Natur etc. etc., alle diese sind Ein- sichten a priori liber die mogliche Formgebung der Satze der Wissenschaft.

6.341 Die Newtonsche Mechanik z. B. bringt die Welt-

beschreibung auf eine einheitliche Form. Denken


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