Page:Wittgenstein - Tractatus Logico-Philosophicus, 1922.djvu/154

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LOGISCH-PHILOSOPHISCHE ABHANDLUNG

Was wir nicht denken konnen, das konnen wir nicht denken ; wir konnen also auch nicht s a g e n, was wir nicht denken konnen.

5.62 Diese Bemerkung gibt den Schliissel zur Entscheidung der Frage, inwieweitder Solipsismus eine Wahrheit ist.

Was der Solipsismus namlich m e i n t, ist ganz richtig, nur lasst es sich nicht sagen, sondern es zeigt sich.

Dass dieWeltm eine Welt istjdaszeigtsichdarin, dass die Grenzen der Sprache(der Sprache,dieallein ich verstehe) die Grenzen m e i n e r Welt bedeuten. 5.621 Die Welt und das Leben sind Kins.

5.63 Ich bin meine Welt. (Der Mikrokosmos.)

5.631 Das denkende,vorstellende,Subjekt gibt esnicht Wenn ich ein Buch schriebe „Die Welt, wie ich

sie vorfand", so ware darin auch iiber meinen Leib zu berichten und zu sagen, welche Glieder meinem Willen unterstehen und welche nicht etc., dies ist namlich eine Methode, das Subjekt zu isolieren, oder vielmehr zu zeigen, dass es in einem wichtigen Sinne kein Subjekt gibt: Von ihm allein namlich konnte in diesem Buche nicht die Rede sein. —

5.632 Das Subjekt gehort nicht zur Welt, sondern es ist eine Grenze der Welt.

5.633 Wo in der Welt ist ein metaphysisches Subjekt zu merken?

Du sagst, es verhalt sich hier ganz, wie mit Auge und Gesichtsfeld. Aber das Auge siehst du wirklich nicht.

Und nichts am Gesichtsfeld lasst darauf schliessen, dass es von einem Auge gesehen wird. 5.6331 Das Gesichtsfeld hat namlich nicht etwa eine

solche Form :


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